Liebe Leserinnen und Leser,

da war er wieder rum. Der Sommer. Kaum da, schon weg. Die Blätter werden langsam gelb oder verlieren zumindest ihr Grün. Man hat das Gefühl, ihre Strahlkraft ginge zur Neige und der Herbst scharrt schon mit den Hufen.

Und dennoch liegt in dieser Jahreszeit doch immer so viel Energie. Eben wenn sich die Blätter verfärben. Dann scheint es, dass manche Wälder glühen würden. Wieder erstrahlen würden. So kräftig, so voll, so lebendig. Im Gehen also doch noch einmal ganz viel Kraft. Man muss die die Augen ganz offenhalten. Und mit ihnen das Herz für all die schönen Momente, die uns diese Jahreszeit nun bietet. So ist es sehr oft auch für unsere Patienten, deren Lebensweg augenscheinlich aus dem Sommer des Lebens in den Herbst einmündet, und die dennoch voller Kraft und Energie zu sein scheinen, ehe die letzten Kräfte gehen. Dann hören wir sehr oft: „Einmal möchte ich noch …“ oder „Hätte ich doch nur …“ Nutzen wir also unser Wissen um unsere Endlichkeit und dass auch wir eines Tages den Herbst unseres Lebens spüren werden. Um die Dinge, die wir so gerne tun würden, ganz bald zu tun und nicht zu warten, bis es keine Gelegenheit mehr gibt. Der Herbst ist nicht das Ende. Er ist der Übergang in etwas Neues, an dessen Ende dann wieder ein Anfang steht.
Seien Sie herzlich gegrüßt.

Herzlichst Ihr Dr. Jörg Cuno

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